Veröffentlicht am 30. September 2026
Gemeinsamer Dringlichkeitsantrag von Andreas Stock und Gert Zaunbauer, der im Gemeinderat von Ing. Michael Danzinger vertreten wird, soll Schleichverkehr in Wohnstraßen verhindern und eine konstruktive Lösung ermöglichen
Die neue Verkehrsführung rund um die Badstraße sorgt im Neusiedlerviertel zunehmend für Unmut. Zwar wird das Ziel, die Badstraße zu beruhigen, grundsätzlich begrüßt. Viele Anrainerinnen und Anrainer befürchten jedoch, dass der stadteinwärts fließende Verkehr dadurch verstärkt in bisher ruhigere Wohnstraßen ausweicht.
Die Klubobmänner Andreas Stock (NEOS) und KommR Gert Zaunbauer (ÖVP) greifen diese Sorgen nun gemeinsam auf. Mit einem Dringlichkeitsantrag im Mödlinger Gemeinderat fordern sie eine umfassende verkehrstechnische und verkehrsrechtliche Prüfung der geplanten Verkehrsführung. Im Mittelpunkt stehen dabei insbesondere die Franz-Schubert-Gasse und mögliche weitere Ausweichrouten durch das Neusiedlerviertel.
„Die Verkehrsberuhigung der Badstraße darf nicht dazu führen, dass der Verkehr lediglich in andere Wohnstraßen verlagert wird. Wir wollen keine politischen Schuldzuweisungen, sondern eine sachliche Prüfung und eine Lösung, die sowohl die Interessen der Anrainerinnen und Anrainer als auch die Verkehrssicherheit berücksichtigt“, erklärt Andreas Stock.
Nach den derzeitigen Planungen könnte der aus Richtung Süden kommende Verkehr künftig verstärkt über die Neusiedlerstraße und die Friedrich-Schiller-Straße geführt werden. Befürchtet werden Rückstaus an mehreren Kreuzungen und in weiterer Folge kleinräumige Ausweichbewegungen durch das Wohngebiet. Davon könnten neben der Franz-Schubert-Gasse auch weitere Straßen im Neusiedlerviertel betroffen sein.
„Die Sorgen der Bevölkerung müssen ernst genommen werden. Es geht darum, Verkehrsströme nicht nur am Plan zu beurteilen, sondern die tatsächlichen Auswirkungen vor Ort zu messen. Wenn sich zeigt, dass einzelne Wohnstraßen stärker belastet werden, müssen rasch Korrekturen möglich sein“, betont Gert Zaunbauer, der sich die Sorgen der Anrainerinnen und Anrainer beim 1. Rad.Grätzl-Info.Walk persönlich anhörte.
Nullmessung noch vor einer Verfestigung der Verkehrsströme
Ein zentraler Punkt des gemeinsamen Antrags ist eine zeitnahe und dokumentierte Nullmessung. Seitens der Stadt wurde zwar eine Verkehrszählung für das Frühjahr 2027 in Aussicht gestellt. Nach Ansicht der Antragsteller braucht es jedoch bereits davor belastbare Ausgangsdaten. Nur wenn Messpunkte, Messzeiten und Erhebungsmethode vergleichbar sind, lässt sich später objektiv feststellen, wie sich Verkehrsmenge und Fahrtrichtungen tatsächlich verändert haben.
Der Antrag fordert deshalb:
- eine verkehrstechnische und verkehrsrechtliche Prüfung der betroffenen Straßenzüge,
- eine dokumentierte Nullmessung vor einer weiteren Verfestigung der neuen Verkehrsströme,
- eine vergleichbare Folgemessung im Frühjahr 2027,
- eine fachliche Gesamtbeurteilung der angekündigten Maßnahmen in der Franz-Schubert-Gasse,
- eine überprüfbare und reversible Ausgestaltung der geplanten Einbahnregelung,
- sowie rasche Korrekturmaßnahmen, falls Schleichverkehr oder neue Sicherheitsprobleme auftreten.
Zu den bereits angekündigten Maßnahmen zählen eine Sperrfläche im Einfahrtsbereich von der Guntramsdorfer Straße, eine versetzte Parkordnung und ein STOP-Zeichen vor der Kreuzung mit der Kürnbergergasse. Diese Schritte werden als erste Reaktion begrüßt. Sie sollen jedoch in einem abgestimmten Gesamtplan insbesondere hinsichtlich Verkehrssicherheit, Sichtbeziehungen, Einsatzfahrzeugen sowie Fuß- und Radverkehr geprüft werden.
Die Franz-Schubert-Gasse ist während des HTL-Schulbetriebs durch parkende Fahrzeuge über weite Strecken faktisch nur einspurig befahrbar. Zusätzlich ist durch die Bebauung des ehemaligen GZS-Areals mit 110 Wohnungen und 177 Garagenplätzen weiterer Ziel- und Quellverkehr zu erwarten. Eine zusätzliche Belastung durch Durchzugsverkehr könnte daher die Wohnqualität beeinträchtigen und bestehende Nutzungskonflikte verschärfen.
Bürgerinnen und Bürger in die weitere Planung einbeziehen
NEOS und ÖVP sprechen sich außerdem dafür aus, die betroffenen Anrainerinnen und Anrainer sowie ihre fachlichen Vertreter in die Festlegung der Messpunkte, die weitere Planung und die Evaluierung einzubeziehen. Über die Umsetzung soll dem Gemeinderat schriftlich berichtet werden.
„Unser gemeinsames Ziel ist eine Verkehrsführung, die nicht auf Kosten einzelner Wohnstraßen geht. Dafür brauchen wir transparente Daten, eine offene Prüfung verschiedener Varianten und die Bereitschaft, Maßnahmen bei Bedarf wieder anzupassen“, halten Andreas Stock und Gert Zaunbauer abschließend fest.



