Veröffentlicht am 22. Oktober 2026
Am Mittwoch, dem 21. Oktober 2026, hat das TIP Industrieviertel (Technologie- und InnovationsPartner) Unternehmerinnen und Unternehmer in die OMV Raffinerie Schwechat eingeladen. Die Frage des Nachmittags lautete: Ist H2 der neue Treibstoff für Innovation?
Wofür die Veranstaltung gedacht war
Die kostenlose Informationsveranstaltung richtete sich an Betriebe, die früh verstehen wollen, was Wasserstoff für sie bedeuten kann, etwa bei Mobilität, Produktion, Energiefragen oder in Kooperationen und neuen Geschäftsmodellen. Im Mittelpunkt standen laut Veranstalter Anwendungen, Infrastruktur und Beispiele aus der Praxis. Die Teilnehmerzahl war begrenzt, die Anmeldung lief bis 19. Oktober.
Erst die Raffinerie, dann die Fachvorträge
Nach Anmeldung und Get-together begrüßten Dr. Andreas Kornherr vom TIP und Otmar Schneider von der OMV Raffinerie Schwechat die Gäste.

Danach ging es von 14 bis 15 Uhr in zwei Bussen durch das gesamte Areal der Raffinerie, eine Führung, die uns beeindruckt hat. Nach der Tour übernahmen Robert Backhausen und Andreas Kornherr vom TIP die Moderation.
Die Vorträge im Überblick
- Renate Kepplinger (WKO) sprach über den aktuellen politischen und rechtlichen Rahmen für Wasserstoff.
- Alexander Trattner (HyCentA) beleuchtete Innovationen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
- Thomas Uitz (OMV Raffinerie Schwechat) stellte das Projekt „UpHyII“ vor, den Bau einer 140-MW-Elektrolyseanlage für grünen Wasserstoff in Bruck an der Leitha.
- Johannes Jungbauer (Wien Energie) behandelte Wasserstoff für Verkehr und Industrie.
Das Hauptthema: grüner Wasserstoff im industriellen Maßstab
Im Mittelpunkt stand grüner Wasserstoff, der aus Wasser und erneuerbarem Strom aus Wind und Sonne entsteht. Die OMV baut nach eigenen Angaben in Bruck an der Leitha, nahe dem Umspannwerk Sarasdorf, Österreichs größte Elektrolyseanlage. Die Eckdaten laut OMV:
- Elektrolyseleistung von bis zu 140 MW
- Wasserstoffproduktion von bis zu 23.000 Tonnen pro Jahr
- Wasserbedarf von etwa 320.000 Kubikmetern pro Jahr, rund die Hälfte davon wird der Natur zurückgeführt, etwa zur Bewässerung
- Flächenbedarf von etwa 7,4 Hektar, davon bleiben 40 Prozent unversiegelt
- geplante Inbetriebnahme im vierten Quartal 2027
Der Einsatz des grünen Wasserstoffs in der Raffinerie Schwechat könnte nach Angaben der OMV jährlich rund 150.000 Tonnen CO₂ einsparen, abhängig von der Auslastung. Die Zertifizierung prüft der TÜV SÜD in regelmäßigen Audits. Die OMV nutzt den Wasserstoff nicht als Brennstoff, sondern als Rohstoff. Er soll energieintensive Industrien dekarbonisieren, die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern senken und den Standort Schwechat langfristig sichern. Die Anlage kann außerdem überschüssigen Wind- und Solarstrom abnehmen und so zur Stabilität des Stromnetzes beitragen. Die Gemeinde Bruck an der Leitha erhält für die Umwidmung des Grünlands 20 Jahre lang Kompensationszahlungen, die für Klimaschutzmaßnahmen zweckgebunden sind.
Stärkung und Austausch
Zwischen den Programmpunkten gab es immer wieder kleine Stärkungen. Zum Abschluss blieb Zeit für Fragen und Austausch am kalten Buffet.



