Veröffentlicht am 29. September 2026
Der Breitenfurter Gemeinderat hat am Montagabend den Weg für die Bebauung der Breiteneder-Gründe freigemacht. Mit knapper Mehrheit beschlossen ÖVP, SPÖ und Neos die Änderung des Bebauungsplans, die Aufhebung der bisherigen Bausperre und die Änderung des Flächenwidmungsplans für die rund zehn Hektar große Fläche im Ortszentrum. Das berichtet noe.ORF.at. Wegen des großen Interesses wurde die Sitzung sogar als Livestream übertragen.
Damit ist der Weg frei für das Projekt „Wiesenpark“ mit einem Ärztezentrum und mehreren hundert Wohnungen, über das in Breitenfurt seit Jahren gestritten wird. Ein genaues Abstimmungsergebnis, etwa eine Stimmenzahl, nennt der Bericht nicht, nur die knappe Mehrheit für den Beschluss.
Zwei Volksbefragungen hatten das Projekt abgelehnt
Der Gemeinderat stellt sich mit dem Beschluss gegen das Ergebnis zweier Volksbefragungen, bei denen sich die Breitenfurter Bevölkerung mehrheitlich gegen eine Bebauung der Fläche ausgesprochen hatte. Wie berichtet, kamen ÖVP, SPÖ und Neos im 29-köpfigen Gemeinderat rechnerisch auf 15 Mandate, die Gegenseite aus Grünen, Liste Zukunft Breitenfurt und FPÖ auf 14. Ob es damit auch bei der Abstimmung selbst so knapp zuging, ist aus dem vorliegenden Bericht nicht ersichtlich.
Bürgerinitiative reagiert fassungslos
Die Bürgerinitiative „Zukunft Breitenfurt, wir reden mit!“ zeigte sich nach der Entscheidung enttäuscht. Sie erinnerte daran, dass Bürgermeister Wolfgang Schredl versprochen habe, sein Bestmögliches zu tun, um dem Wunsch der Bevölkerung nachzukommen, und teilte mit: „Wir sind fassungslos darüber.“
Schredl selbst sprach nach dem Beschluss von einem Wendepunkt für die Gemeinde: „Nach Jahrzehnten des Streits und der Ungewissheit schlägt Breitenfurt ein neues Kapitel auf.“
Was zuletzt für das Projekt gesprochen hatte
Für Druck auf den Zeitplan hatte zuletzt auch die Österreichische Gesundheitskasse gesorgt: Sie hatte an den Bürgermeister geschrieben, der Gemeinderat müsse bis zum 28. September entscheiden, ob die Fläche bebaut werden kann, damit das geplante Primärversorgungszentrum in Breitenfurt umgesetzt wird. Andernfalls könne die ÖGK nicht garantieren, dass die Einrichtung nach Breitenfurt kommt, und werde alternative Standorte prüfen.
