Die Energiegemeinschaft Baden setzt einen weiteren wichtigen Schritt für eine nachhaltige und unabhängige Energieversorgung der Stadt.
Die Badener KurbetriebsgesmbH (BKB) tritt der Energiegemeinschaft der Stadt Baden bei. Mit dem Badenerhof, dem Kurzentrum und der Römertherme wird damit ein bedeutender Stromverbraucher in die städtische Bürgerenergiegemeinschaft eingebunden. Stadt Baden nutzt Sonnenstrom aus 36 Photovoltaikanlagen künftig noch effizienter – der Eigennutzungsanteil steigt auf über 90 Prozent.
Die Energiegemeinschaft Baden wurde im Jahr 2023 gegründet. Ihr ursprüngliches Ziel war es, die Stromversorgung stadteigener Objekte stärker auf eigene Beine zu stellen und den Zukauf von Strom von externen Energieversorgern zu reduzieren. Heute wird der von der Stadtgemeinde erzeugte Sonnenstrom aus insgesamt 36 Photovoltaikanlagen innerhalb der Gemeinschaft verteilt und genutzt.
Durch die Einbindung der BKB kann der lokal erzeugte Sonnenstrom künftig noch besser verwertet werden. Der Strombedarf des Badenerhofs, des Kurzentrums und der Römertherme ist auch in den Sommermonaten hoch. Genau dann erzeugen die Photovoltaikanlagen der Stadt besonders viel Strom. Überschüsse aus der städtischen Erzeugung können somit direkt innerhalb der Stadt genutzt werden, anstatt zu weniger attraktiven Bedingungen am allgemeinen Strommarkt verkauft zu werden.
„Mit dem Beitritt der Badener KurbetriebsgesmbH verbinden wir zwei wichtige Ziele: Wir stärken die Energieversorgung unserer städtischen Einrichtungen und sorgen gleichzeitig dafür, dass der in Baden erzeugte Sonnenstrom möglichst auch in Baden genutzt wird. Das ist gelebte kommunale Klimapolitik, die ökologisch sinnvoll und wirtschaftlich vorteilhaft ist“, sagt Gemeinderätin Petra Haslinger, Aufsichtsratsvorsitzende der Stadtimmobilien und politisch verantwortlich für die Weiterentwicklung der stadteigenen Energiegemeinschaft.
Auch für die BKB bietet die Teilnahme an der Energiegemeinschaft klare Vorteile. Häuser im Kurbezirk rund um die Römertherme benötigen auch während der sonnenreichen Monate große Mengen Strom. Ein Teil dieses Bedarfs kann nun durch regional erzeugten Sonnenstrom aus den städtischen Photovoltaikanlagen gedeckt werden.
„Wir sind das ganze Jahr für Kurgäste, Erholungssuchende und jene die das Fitnesscenter nutzen da. Für ein qualitativ hochwertiges Angebot wird immer viel Strom benötigt. Die Teilnahme an der Energiegemeinschaft Stadt Baden ermöglicht es uns, lokal erzeugten Sonnenstrom zu attraktiven Konditionen zu beziehen und gleichzeitig einen konkreten Beitrag zur Energiewende in Baden zu leisten. Die Kooperation ist daher sowohl aus wirtschaftlicher als auch aus ökologischer Sicht ein wichtiger Schritt“, erklärt der Prokurist der Badener KurbetriebsgesmbH, Alexander Walter-Frosch.
Mit dem Beitritt der BKB steigt der Eigennutzungsanteil des von der Stadtgemeinde erzeugten Photovoltaikstroms auf über 90 Prozent. Damit wird nahezu der gesamte selbst erzeugte Sonnenstrom innerhalb der städtischen Gemeinschaft genutzt oder an andere Teilnehmer weitergegeben. Die Einnahmen aus dem Verkauf innerhalb der Gemeinschaft bleiben dabei in der Region und kommen der Weiterentwicklung der lokalen Energieversorgung zugute.
„Die BKB ist für die Energiegemeinschaft Baden eine ideale Ergänzung. Die Erzeugung und der Verbrauch passen zeitlich sehr gut zusammen: Wenn unsere Photovoltaikanlagen besonders viel Strom liefern, besteht bei den Betrieben der BKB ein entsprechend hoher Bedarf. So wird aus einem Überschuss ein regionaler Nutzen. Das reduziert externe Stromzukäufe, verbessert die Wirtschaftlichkeit und erhöht zugleich den Anteil erneuerbarer Energie im täglichen Betrieb“, betont der Vorstand der Energiegemeinschaft Stadt Baden, Gerold Vorberg.
Beitrag zur Energiewende vor Ort
Die Energiegemeinschaft Baden zeigt, wie Städte und ihre Betriebe gemeinsam eine dezentrale Energieversorgung aufbauen können. Strom wird dort erzeugt, wo die erneuerbaren Anlagen stehen, und möglichst unmittelbar innerhalb der Gemeinschaft genutzt. Dadurch sinken die Abhängigkeit von externen Stromlieferungen und die Notwendigkeit, überschüssigen Strom zu weniger günstigen Marktbedingungen zu verkaufen.
Initiiert wurde die Gründung der Energiegemeinschaft durch die Klima- und Energiemodellregion Baden. Sie betreut die Energiegemeinschaft auch weiterhin stadtintern und unterstützt die laufende Weiterentwicklung des Modells.
„Die Energiegemeinschaft ist ein gutes Beispiel dafür, wie Klimaschutz, Versorgungssicherheit und wirtschaftliche Realitäten zusammengebracht werden können. Die nächsten Schritte werden darin bestehen, die Zukunft der erneuerbaren Energieversorgung in Baden gemeinsam mit der Energiegemeinschaft weitere zu denken. Sofern die Rahmenbedingungen passen, werden auch weitere Partner in die Energiegemeinschaft eingebunden“, so der Leiter der Abteilung Energie, Klima & Umwelt, Gerfried Koch.
Österreichweite Erfolgsgeschichte
Energiegemeinschaften haben sich seit ihrer Einführung durch das Erneuerbaren-Ausbau-Gesetz (EAG) zu einem wichtigen Instrument der österreichischen Energiewende entwickelt. Das EAG schuf gemeinsam mit den energierechtlichen Bestimmungen des ElWOG die rechtliche Grundlage für Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften und Bürgerenergiegemeinschaften. Ziel ist es, erneuerbare Energie gemeinschaftlich zu erzeugen, zu speichern, zu verbrauchen und zu verkaufen.
Nach dem jüngsten offiziell vergleichbaren Monitoring-Datenstand von E-Control gab es in Österreich Mitte 2025 3.868 Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften und 737 Bürgerenergiegemeinschaften. Insgesamt waren damit mehr als 4.600 EEG‘s und BEG‘s aktiv.
Die Energiegemeinschaft Baden reiht sich damit in eine österreichweite Erfolgsgeschichte ein. Sie macht die Energiewende konkret erfahrbar, stärkt die regionale Wertschöpfung und zeigt, dass kommunale Einrichtungen, öffentliche Betriebe, Unternehmen und private Haushalte gemeinsam einen Beitrag zu einer klimafreundlichen und resilienten Energieversorgung leisten können.
Fakten zur Energiegemeinschaft Baden
- Gründung der Bürgerenergiegemeinschaft: 2023
- Initiierung und stadtinterne Betreuung: Klima- und Energiemodellregion Baden
- Beteiligte städtische Objekte: 37 Häuser der Stadtgemeinde und ihrer Tochter Immobilien Baden GmbH
- Photovoltaikanlagen der Stadtgemeinde: 43; 36 davon in der Energiegemeinschaft.
- Neuer Teilnehmer in der BEG: Badener KurbetriebsgesmbH mit Badenerhof, Kurzentrum und Römertherme
- Erzeugter Sonnenstrom in der BEG 2025: 744.000 kWh
- Getauschte Energie zwischen den BEG-Mitgliedern 2025: 416.000 kWh
- Eigenverbrauchsquote 2025: 56%
- Eigenverbrauchsquote nach Einbindung der BKB: über 90%
- Weitere Einbindungen von Unternehmen und Privatpersonen werden geprüft.
Rückfragen:
Dr. Gerfried Koch
Abteilung Energie, Klima & Umwelt
Manager der Klimamodellregion Baden
Stadtgemeinde Baden
Tel.: +43-2252-86800-235, energie-klima@stadtgemeinde-baden.at



