Veröffentlicht am 21. September 2026
LH Mikl-Leitner bei „Vino & Vision“ bei Wottle in Poysdorf
Weinbau als bedeutender Wirtschaftsfaktor, die aktuellen Herausforderungen für die heimischen Betriebe und die Chancen des Wirtschaftsstandortes Niederösterreich standen am heutigen Montag im Mittelpunkt von „Vino & Vision – Wirtschaft in Niederösterreich“ bei der Wottle GmbH in Poysdorf. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner betonte dabei die Bedeutung von Leistung, Eigenverantwortung und Hausverstand und verwies auf die wirtschaftliche Stärke des Weinbaus und der damit verbundenen Branchen.
„Wir alle spüren, dass wir in äußerst herausfordernden Zeiten leben. Gerade in so einer Zeit sollten wir uns darauf besinnen, was es bedeutet, Leistung, Eigenverantwortung und Hausverstand an den Tag zu legen“, sagte Landeshauptfrau Mikl-Leitner und attestierte der Wottle GmbH genau diese Stärken. Das Unternehmen habe es verstanden, Verantwortung zu übernehmen, Märkte neu zu erobern und auf Innovationen zu setzen – auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten.
„Es ist uns wichtig, dass Niederösterreich weiterhin ein guter Wirtschaftsstandort bleibt. Dafür braucht es nicht mehr, sondern weniger Steuern und Bürokratie. All das, was wir in Niederösterreich dafür tun können, tun wir“, unterstrich sie und verwies auf die groß angelegte Verwaltungsreform des Landes. „Nun setzen wir mit der Taskforce Wirtschaft einen nächsten Schritt: Wir haben eine Anlaufstelle für Unternehmen geschaffen, mit dem Ziel, rascher zu Entscheidungen zu kommen. Wir wollen schnell sein, damit unsere Unternehmen mehr Zeit fürs Wirtschaften haben und sich weniger mit Zettelwirtschaft beschäftigen müssen.“
Im Hinblick auf die Dürre im vergangenen Sommer sagte Mikl-Leitner, diese habe die landwirtschaftlichen Betriebe „total getroffen“. „Die Trockenheit hat zu großen Problemen geführt, aber sie haben alldem standgehalten.“ Beim Wein werde die Ernte zwar geringer ausfallen, die Winzerinnen und Winzer seien aber positiv gestimmt. Angesichts des Klimawandels gelte es, widerstandsfähigere Sorten zu entwickeln und gleichzeitig die veränderten Rahmenbedingungen als Chance für den Tourismus zu begreifen. „Wir werden uns anpassen müssen, auf Ganzjahrestourismus setzen und Kunst, Kultur, Sport, Landschaft und Kulinarik noch besser verbinden“, erklärte sie.
Eine große touristische Chance werde die Landesausstellung 2030 im Weinviertel bieten. Auch Formate wie „Kunst und
Kultur beim Winzer“, der Weinherbst oder kuratierte Weinreisen hätten sich bereits gut etabliert. Wein sei aber nicht nur Kulturgut und Tourismusmagnet, sondern auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. „Jeder vierte Liter schafft den Weg ins Ausland. Wein ist für uns entscheidend für Wertschöpfung, die Sicherung von Arbeitsplätzen und für den Tourismus“, führte die Landeshauptfrau aus und betonte abschließend: „Miteinander schreiben wir die Erfolgsgeschichte des Weines weiter.“
Zu Wort kamen unter anderem auch der Präsident des Österreichischen Weinbauverbandes Johannes Schmuckenschlager, FALSTAFF-Herausgeber Wolfgang M. Rosam, Gastronom Toni Mörwald und Marcus Wieschhoff, Studiengangsleiter an der Hochschule Burgenland.
Die Wottle GmbH ist ein traditionsreicher Industriebetrieb im Weinviertel. Das 1923 gegründete Unternehmen entwickelte sich vom Familienbetrieb zu einem Hersteller moderner Pressentechnik und Partner für Weinbau, Fruchtsaftproduktion und industrielle Anwendungen. Wottle ist heute Österreichs einziger heimischer Hersteller von Traubenpressen. Nach einem Restrukturierungsverfahren stieg 2025 Pure Investments in das Unternehmen ein und leitete den Neustart des Traditionsbetriebes ein.




