Veröffentlicht am 24. September 2026

Wer in Niederösterreich täglich zur Arbeit pendelt, kann sich auf eine spürbare Entlastung an der Zapfsäule freuen. Die österreichische Bundesregierung hat am 23. September 2026 eine neue, verschärfte Auflage der Spritpreisbremse angekündigt. Ab 1. Oktober und bis Ende November sollen Benzin und Diesel um 12,2 Cent pro Liter günstiger werden, wie das Bundeskanzleramt mitteilte.

Vorausgegangen waren Forderungen aus Niederösterreich

Der neuen Einigung waren gezielte Forderungen aus den Bundesländern vorausgegangen. Unter anderem hatten Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner und ihr Stellvertreter Stephan Pernkopf gemeinsam mit Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer eine stärkere Entlastung an der Zapfsäule verlangt. Die bis dahin geltende Spritpreisbremse von nur rund zwei Cent hatte man angesichts der Preisentwicklung als nicht mehr ausreichend bezeichnet.

Auslöser der jüngsten Preiswelle waren geopolitische Entwicklungen im Nahen Osten, insbesondere die Blockade der Meerenge von Bab al-Mandab durch die Houthi-Miliz. Bundeskanzler Christian Stocker sprach von einer „Trumpflation“, die zu einem deutlichen Anstieg der Spritpreise geführt habe. Mitte September erreichte Diesel mit 2,268 Euro je Liter einen historischen Höchststand, Superbenzin lag bei 1,959 Euro.

Drei Bausteine für die Entlastung

Die Maßnahme setzt sich aus drei Teilen zusammen: Die Mineralölsteuer wird um 6,7 Cent je Liter gesenkt, bei Diesel bedeutet das eine Reduktion auf das nach EU-Recht zulässige Minimum. Dazu kommt eine Margenbegrenzung von 3,5 Cent je Liter für Raffinerien und Tankstellen. Weil die Umsatzsteuer auf den niedrigeren Preis aufschlägt, sinkt sie rechnerisch um weitere rund zwei Cent. In Summe ergibt das die genannten 12,2 Cent pro Liter an der Kasse, laut Vizekanzler Andreas Babler rund 4,88 Euro Ersparnis bei einer 40-Liter- beziehungsweise 6,10 Euro bei einer 50-Liter-Tankfüllung.

Damit übertrifft der neue Eingriff die bisherigen Maßnahmen deutlich: Das erste Preispaket im März hatte noch eine Entlastung von rund zehn Cent gebracht, zuletzt war davon durch schrittweise Lockerungen nur noch rund 1,9 Cent übrig geblieben.

Ein politisch heikler Punkt kehrt zurück

Die Mineralölsteuer zu senken, ist in Österreich politisch kaum umstritten. Der Eingriff in die Handelsspannen der Tankstellen und Raffinerien war dagegen schon im Frühjahr der strittigste Teil der Spritpreisbremse und war seit Ende Mai ausgesetzt. Innerhalb der Koalition gab es dazu zuletzt unterschiedliche Positionen: Finanzminister Markus Marterbauer hatte eine Margenbegrenzung befürwortet, Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer zuvor davor gewarnt. Wirtschaftskammer und Industriellenvereinigung lehnen den erneuten Eingriff ab, ÖGB und Produktionsgewerkschaft PRO-GE begrüßen ihn als überfällig.

Für Außenministerin Beate Meinl-Reisinger sei es das Gebot der Stunde, die Preisspitzen gezielt zu dämpfen, ohne Versorgungssicherheit und Wettbewerb zu gefährden.

Was das für Niederösterreich bedeutet

Gerade für Niederösterreich als Pendlerland, in dem viele Menschen täglich weite Strecken zur Arbeit nach Wien oder in andere Bezirke zurücklegen, macht ein niedrigerer Literpreis über die Zeit einen spürbaren Unterschied im Haushaltsbudget. Dass die Forderung nach mehr Entlastung von der niederösterreichischen Landesspitze mit ausging, unterstreicht, wie wichtig das Thema Spritpreise gerade für die Pendlerinnen und Pendler im Land ist.

Was noch offen ist

Die Maßnahme ist vorerst auf Oktober und November 2026 befristet. Für Dezember soll die Lage je nach weltweiter Preisentwicklung neu bewertet werden, eine Verlängerung ist möglich, aber noch nicht entschieden. Finanziert werden soll die Entlastung über Mehreinnahmen bei der Umsatzsteuer sowie über einen Vorgriff auf Mehreinnahmen beim Energiekrisenbeitrag Fossil für 2026.