Veröffentlicht am 14. Oktober 2026
St. Pölten (OTS) –
„Die neuen Wirtschaftsprognosen zeigen: Die Wirtschaft erholt sich langsam, aber von einem kräftigen Aufschwung sind wir noch entfernt. Unsere Betriebe brauchen deshalb jetzt neue Impulse und spürbare Entlastungen. Wir müssen Investitionen in Gang bringen und dafür sorgen, dass sich unternehmerische Leistung wieder besser rechnet“, betont Wolfgang Ecker, Präsident der Wirtschaftskammer Niederösterreich.
Das WIFO erwartet für 2026 ein reales Wirtschaftswachstum von 0,9 Prozent und für 2027 von 1,3 Prozent. Das IHS rechnet mit 0,8 Prozent für heuer und 1,0 Prozent für das kommende Jahr. Hohe Energiepreise, schwacher Konsum und steigende Finanzierungskosten bremsen die wirtschaftliche Dynamik weiterhin.
„Diese verhaltenen Aussichten zeigen, dass wir Investitionsanreize auf breiter Basis brauchen. Die Sanierungsoffensive ist ein gutes Beispiel dafür, wie gezielte Unterstützung zusätzliche Aufträge auslösen kann. Vergleichbare Anreize brauchen wir auch für andere Branchen, damit die Wirtschaft insgesamt wieder in Schwung kommt“, fordert Ecker.
Sanierungsoffensive bringt Aufträge und regionale Wertschöpfung
Für 2027 sind insgesamt 500 Millionen Euro für thermische Sanierungen und den Austausch alter Öl- und Gasheizungen vorgesehen. „Wer eine Sanierung oder einen Heizungstausch plant, überlegt angesichts der Kosten oft zweimal, ob er das Vorhaben tatsächlich umsetzt. Eine Förderung kann hier den entscheidenden Anstoß geben. Daraus entstehen konkrete Aufträge für unsere Installationsbetriebe, das Bau- und Baunebengewerbe und viele weitere Betriebe. Das sichert Arbeitsplätze und stärkt die Wertschöpfung in unseren Regionen“, so Ecker.
Besonders positiv sei, dass auch der Umstieg auf nachhaltige und zukunftsweisende Heizsysteme wieder gefördert wird. „Unsere Betriebe haben das nötige Können, um Gebäude energieeffizient zu sanieren und moderne Heizungen einzubauen. Davon profitieren die Wirtschaft, die Haushalte und das Klima. Entscheidend sind eine einfache Abwicklung und verlässliche Förderbedingungen.“
Öffentliche Beschaffung als Hebel für den Standort
Auch die „Made in Europe“-Deklaration, mit der sich Bundesregierung und staatsnahe Unternehmen zu einer stärkeren Berücksichtigung europäischer Wertschöpfung bei öffentlichen Investitionen und Beschaffungen bekennen, begrüßt Ecker.
„Öffentliche Aufträge sind ein wichtiger Hebel, um unsere industrielle Basis zu stärken. Wenn mehr Wertschöpfung in Österreich und Europa entsteht, stärkt das unsere Betriebe, unser Know-how und unsere Arbeitsplätze. Für Niederösterreich als starken Industriestandort ist das besonders wichtig. Dabei sollen auch kleinere Unternehmen und regionale Zulieferer stärker zum Zug kommen können“, betont Ecker.
Betriebe brauchen mehr Spielraum für Investitionen
Gezielte Impulse müssen aus Sicht des WKNÖ-Präsidenten mit einer dauerhaften Entlastung der Unternehmen einhergehen. Dazu zählen insbesondere wettbewerbsfähige Energiekosten, niedrigere Arbeitskosten und weniger Bürokratie.
Dass beim Bürokratieabbau konkrete Verbesserungen möglich sind, zeigt die Gewerbeordnungs-Novelle. Sie bringt Erleichterungen bei Betriebsanlagengenehmigungen, etwa für Photovoltaikanlagen, E-Ladestationen und alleinstehende Batteriespeicher. „Damit werden langjährige Forderungen der Wirtschaft umgesetzt. Weniger Genehmigungsaufwand spart unseren Betrieben Zeit und Kosten und erleichtert Investitionen. Diesen Weg müssen wir konsequent fortsetzen und auch die Genehmigungsverfahren weiter beschleunigen“, betont Ecker.
„Unsere Unternehmen wollen investieren, Mitarbeiter ausbilden und beschäftigen sowie ihren Standort weiterentwickeln. Doch hohe Kosten und komplizierte Vorschriften nehmen ihnen den notwendigen Spielraum. Die Sanierungsoffensive, die Gewerbeordnungs-Novelle und ‚Made in Europe‘ setzen wichtige Impulse. Gleichzeitig müssen wir die Belastungen senken. Nur dann kann aus der verhaltenen Erholung ein Aufschwung werden, der bei unseren Betrieben auch ankommt“, so Ecker abschließend.
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